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Schlafprodukte für Allergiker: Sinnvoll oder teurer Fehlkauf?

Goodside LattenrosteStellen Sie sich vor, sie kommen gerade vom Allergologen und dieser hat bei Ihnen, oder aber ihrem Kind, eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert. Zunächst wirkt diese Diagnose wie ein Schlag ins Gesicht, denn eines ist klar: Hausstaubmilben wird man niemals komplett los. Speziell im Schlafzimmer und sämtlichen Räumen, in denen Stoffe oder Polster eine Rolle spielen, ist nun ein Umdenken angesagt. Grundlegend gilt: Für das Schlafzimmer stellt der Markt spezielle Allergikerprodukte zur Verfügung. Allerdings wird nicht selten ihre Wirksamkeit in Frage gestellt. Zudem sie einen nicht gerade günstigen Preis besitzen. Wie sinnvoll ist deren Anschaffung überhaupt? Kann man sich die Umstellung womöglich sogar sparen?

Matratzen, Kissen und Decken einpacken – Alles zum Thema Encasing

Schlafprodukte für Allergiker: Sinnvoll oder teurer Fehlkauf?Noch vor einigen Jahren riet man Allergikern, sie sollen das sogenannte Encasing nutzen, um sich bestmöglich vor Hausstaubmilben zu schützen. Doch was genau ist das? – Als Encasing bezeichnet man das Vorgehen, sämtliche Bettwaren in mehr oder weniger luftdichte Hüllen zu verpacken, um so den Kontakt mit Hausstaubmilben zu vermeiden. Leider bringt dieses Vorgehen jedoch mehr Nachteile mit sich als Vorteile.

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Beim Encasing werden sämtliche Bettwaren abgeschottet, was auch bedeutet, dass keinerlei neue Allergene in die Bettwaren geschleust werden können. Was klingt wie ein Vorteil, ist langfristig gesehen eher von Nachteil, da im Lauf der Zeit innerhalb von Decke und Kissen ein feucht-warmes Schlafklima entsteht. In diesem wiederum fühlen sich Hausstaubmilben jedoch besonders wohl und können sich somit hervorragend vermehren.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Matratze dank des Bezuges nicht mehr atmen kann. Zudem einige der Bezüge innen mit einem Material beschichtet sind, welches die Oberfläche der Matratze abstumpft. Sie ist somit nicht mehr in der Lage, den Körper ideal zu entlasten, was wiederum den Komfort dezimiert. Zunächst scheint das sogenannte Encasing zwar eine optimale Idee zu sein, ist jedoch langfristig keineswegs empfehlenswert.

Das Immunsystem und ein angemessener Schutz

Um zu klären, wie nötig allergikerfreundliche Bettwaren überhaupt sind, ist es interessant zu wissen, wie es sich mit einer Allergie verhält und wie diese sich entwickelt, beziehungsweise möglicherweise abgeschwächt werden kann.

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Zunächst einmal: Die Allergie des Menschen wird nicht durch die Hausstaubmilbe an sich ausgelöst, sondern durch den Kot, den die Kreaturen in den Polstern hinterlassen. Innerhalb dieses Kots befinden sich Enzyme, die beim Menschen unangenehme Allergiesymptome auslösen können.

Ein weiteres Element, welches bei der Entwicklung einer Allergie eine Rolle spielt, ist das eigene Empfinden und wie viel Raum man einer Allergie überhaupt gibt. So ist es beispielsweise belegt, dass jene, die ihr Leben komplett umstellen und sämtlichen Allergenen aus dem Weg gehen, häufig mehr Schwierigkeiten mit den damit einhergehenden Symptomen haben, als andere, die hin und wieder mit den Allergenen in Kontakt kommen.

Eine komplette Abschirmung ist ohnehin nicht möglich. Es gibt jedoch Maßnahmen, die man ergreifen kann, um den Verlauf positiv zu beeinflussen. Wer sich jedoch mit seiner Lamahaar-Bettdecke wohlfühlt, sollte diese auch zunächst behalten. Denn sofern man sich selbst wohlfühlt, beeinflusst dies auch das Immunsystem, das ebenso Einfluss auf die Schwere der Allergie hat. Werden die allergischen Symptome hingegen zu schlimm, kann man noch immer eine Alternative suchen.

Die Notwendigkeit einer Anschaffung von allergikerfreundlichen Bettwaren hängt also maßgeblich davon ab, wie schwer die jeweiligen Symptome ausfallen und wie gut man selbst mit der Situation umgehen kann.

Das allergikerfreundliche Schlafzimmer

Wie bereits angedeutet, ist das Schlafzimmer der Raum, in den man sich am meisten darum sorgt, dass Hausstaubmilben es einem schwer machen. Um das Schlafzimmer besonders allergikerfreundlich zu gestalten, gibt es mehrere Möglichkeiten:

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  • Die Ausstattung sollte möglichst aus Materialien bestehen , die bei 60 Grad Celsius gewaschen werden können.
  • Eine regelmäßige Reinigung der Bettwaren ist alle sechs bis acht Wochen notwendig.
  • Idealerweise wird wöchentlich die Bettwäsche gewechselt.
  • Das Schlafzimmer sollte selbstverständlich stets ausreichend gelüftet werden.
  • Die Bettwaren bestehen nach Möglichkeit nicht aus Synthetikfasern, sondern aus natürlichen Rohstoffen.
  • Für die Bettwäsche wählt man am besten ein Material gewählt, welches Feuchtigkeit gut abtransportiert, oder wahlweise enger gewebt ist.
  • Für die Matratze kommen Modelle mit Naturlatexkern, Bio-Kaltschaum, oder anderen Stoffen in Frage, die eine möglichst hohe Atmungsaktivität besitzen.

Zwar gibt es nach wie vor Empfehlungen, die auf die Notwendigkeit von Synthetikfasern hinweisen, doch ist die natürliche Alternative meist sehr viel bequemer. Zudem besitzen diese Rohstoffe ebenfalls Eigenschaften, die man hochmodernen Technikfasern zuschreibt. So ist Baumwolle oder das sogenannte Tencel beispielsweise sehr luftdurchlässig, lässt sich bei hohen Temperaturen reinigen und garantiert ein hohes Wohlbefinden.

Der Vergleich natürlicher Stoffe in Bezug auf ihre Eigenschaften

Einige Stoffe besitzen von Natur aus gewisse Eigenschaften, die Allergikern nachts immer zugutekommen. Sei es, weil sie eng gewebt sind, oder sogar kühlende Eigenschaften mitbringen. Hier einmal eine Übersicht:

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Material Eigenschaften
Bio-Baumwolle
  • atmungsaktiv
  • guter Feuchtigkeitstransport
  • für Sommer und Winter geeignet
Feinbatist
  • sehr engmaschig gewebt
Leinen
  • weist Schmutz und Staub effektiv ab
  • lässt sich heiß reinigen
Naturstoffe mit kühlenden Eigenschaften
  • sorgen für ein angenehmes Schlafklima und vermeiden das nächtliche Schwitzen

Für Allergiker ist es sehr wichtig, dass sie in einer angenehmen Atmosphäre schlafen, da eine zu hohe Feuchtigkeit das Problem in Bezug auf die Bettmilben nur verstärkt. Ein engmaschiges Gewebe hingegen vermeidet, dass die Allergene in zu hoher Zahl auf die Haut gelangen. Zwar kommt es hierbei ebenfalls zu einer Art von Encasing, doch bleiben die negativen Folgen komplett aus.

Ausschlaggebend ist ebenso die fachgerechte Reinigung

Eine Investition, die sich bei jedem Allergiker in jedem Fall lohnt, ist die Anschaffung eines speziellen Milbensaugers. Er kann auch auf natürlichen Materialien eingesetzt werden, die zu empfindlich für die regelmäßige Wäsche sind, oder die nur bei geringen Temperaturen gereinigt werden dürfen.

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Für die Matratzenreinigung besitzen solche Sauger einen speziellen Filter, der die Milben und deren Hinterlassenschaften aufsaugen und die Matratze davon effizient befreien. Sofern eine Anschaffung nicht in Frage kommt, bietet der Handel ebenfalls den Verleih solcher Geräte an.

Fazit – Sinn und Unsinn von allergikerfreundlichen Bettwaren

In erster Linie ist es ausschlaggebend, wie stark die Allergie gegen Hausstaubmilben beim Betroffenen überhaupt auftritt. Sind die Symptome eher mild, genügt es meist, ein wenig mehr auf die regelmäßige Reinigung zu achten und dafür zu sorgen, dass die Allergene weniger Möglichkeiten haben, um sich auszubreiten.

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Für schwerwiegendere Fälle gibt es hingegen geeignete Alternativen aus Naturstoffen, in denen man sich wohlfühlt und die ein angenehmes Schlafgefühl erreichen kann. Dank ihnen ist eine ruhige Nacht und ein Beitrag zur Gesunderhaltung sehr gut möglich.

Vor- und Nachteile von Bettwaren für Allergiker

Hier noch einmal eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile in Bezug auf allergikerfreundliche Bettwaren:

  • bringen bei schwierigen Fällen die richtigen Voraussetzungen mit
  • sind idealerweise aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, die angenehm für das Schlafgefühl sind
  • besitzen häufig einen stolzen Preis

Bildnachweise: Adobe Stock / Maridav, Amazon / Goodside

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